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Welche Arten von künstlicher Intelligenz gibt es?

Die drei Arten von künstlicher Intelligenz

Viele Menschen setzen den Begriff künstliche Intelligenz mit Maschinen gleich, die sich verhalten und denken wie Menschen. Doch das ist nicht richtig. Es gibt drei Arten von KI, die unterschieden werden müssen. 

Die starke, allgemeine künstliche Intelligenz (GAI)

Die starke künstliche Intelligenz (Englisch General artificial intelligence) kommt dem am nächsten was man in Kunst und Kultur sieht. Roboter, deren Verhalten sich nicht vom Menschen unterscheiden lässt. Systeme, die innerhalb von Sekunden komplexe Situationen interpretieren, Emotionen erkennen und fundierte Reaktionen zeigen. All dies ist, wie in Film und Buch, noch Fiktion.

Das Problem mit so genannter allgemeiner KI ist, dass diese die sehr vielfältigen kognitiven Prozesse hon Menschen nicht nur imitieren müssen, sondern auch noch aus eigenem antrieb Handeln und sich kontinuierlich verbessern müssen. Während der letzte Ansatz- das Lernen- teilweise durch Reinforcement learning ( Deutsch verstärkendes lernen) umgesetzt wird, sind Autonomie, antrieb und Flexibilität  noch weit weit weg von menschlichen Fähigkeiten.

Das menschliche Gehirn, aber vor allem gepaart mit den vielfältigen Erfahrungen, Emotionen und Sinnen ist bisher nicht durch eine Maschine zu imitieren. Viele Ansätze (z.b. das blue brain project) arbeiten seit Jahrzehnten an dem Problem, aber sind noch immer auf sehr kleine biologische Prozesse beschränkt. Kurz gesagt ist eine starke KI zu komplex, um bisher Realität zu sein.

Die schwache, spezielle KI

Der Gegenspieler zur “strong AI” ist die schwache künstliche Intelligenz (englisch “weak artificial intelligence”). Diese auch “spezielle” genannte KI fokussiert sich im wesentlichen auf eine bestimmte Teilaufgabe des menschlichen Denkens.

Ganz konkret kann man sich schwache KIs als Bausteine vorstellen, die einzelne Aufgaben sehr gut bis perfekt lösen, aber darüber hinaus keine Ähnlichkeit mit der Flexibilität des menschlichen Denkens haben. Kurz gesagt ist eine solche KI ein Spezialist, während ein Mensch nach wie vor die allgemeine Intelligenz über seine Spezialisierung hinaus besitzt.

Beispiele für schwache künstliche Intelligenzen sind überall. Die Gesichtserkennung am Handy, die Vorhersage von Wetter, die Produktempfehlungen im Onlineshop – all das basiert auf Algorithmen, die in die Kategorie Künstliche Intelligenz fallen. Und jeder dieser Algorithmen ist sehr gut in seiner Aufgabe – aber ein Empfehlungssystem für Produkte auf das Wetter anzusetzen gäbe keinerlei Mehrwert.

Während die Realität für eine starke KI noch sehr weit entfernt ist, sind schwache KIs also allgegenwärtig. Doch während man dabei von “künstlicher Intelligenz” spricht, meint man damit meistens einen Algorithmus, ein statistisches oder mathematisches Modell oder Maschinelles Lernen. Die Verarbeitung von Daten, um Mehrwert zu generieren.

Angewandte Beispiele für schwache künstliche Intelligenz

Da es viele Arten gibt, wie schwache KI umgesetzt werden kann, hier ein Auszug aus unseren KI-Produkten als Beispiele.

Die Superhuman Artificial Intelligence

Die dritte Kategorie an Künstlicher Intelligenz, die allerdings noch nicht oft als eigene Einheit genannt wird, ist die Superhuman Artificial Intelligence, auf Deutsch die Übermenschliche KI. Der Gedankengang zur Superhuman A.I. ist, dass sie nicht nur das menschliche Gehirn und dessen kognitive Fähigkeit imitieren kann. Vielmehr ist die Grundlage eine sich ständig verbessernde, selbstoptimierende KI gemeint, die nicht von Algorithmen oder technischen Produkte (z.B. Roboter) begrenzt ist.

Somit ist die übermenschliche künstliche Intelligenz inzwischen einer der häufigsten Diskussionspunkte: Was, wenn man nicht nur eine KI erschafft, die dem Menschen ebenbürtig ist, sondern überlegen und sich somit selbstständig und frei weiterentwickeln kann? 

Da eine solche KI nur durch verfügbare Rechenkapazität begrenzt wäre, gäbe es nur die Schlussfolgerung dass eine Superhuman AI sich unlimitiert verbessern und alles übernehmen würde. Und dann Entscheidungen treffen, welche nicht unbedingt im besten Sinne des Menschen stünden – dieser nutzt schließlich verschwenderisch Ressourcen, die eine Super-KI selbst benötigt oder effizienter einsetzen kann.

Bei diesen Punkten muss man allerdings betonen, dass die übermenschliche künstliche Intelligenz bisher nur ein Gedankenkonstrukt ist. Vor allem aus philosophischer Perspektive erlaubt sie Themen in kritischem Licht zu betrachten (Asimov’s Robotergesetze, ethische KI, etc). Real ist eine solche KI noch lange nicht und wird es auch lange nicht sein – falls je.

Kilian